Empfehlungen

Leitlinien/Empfehlungen

KOSCIELNY, S. Akute Tracheitis, akute Bronchitis und akute Laryngotracheitis. Facharztwissen HNO-Heilkunde, 116. Jg., S. 623.

Lenarz, Boenninhaus: Lehrbuch HNO, 14. Auflage 2012, Springer Verlag

H.-J. Schultz-Coulon. Konservative Behandlung nicht tumoröser Kehlkopfkrankheiten mit Leitsymptom Heiserkeit, July 2001, Band 49, Ausgabe 7

Theodor Hellbrügge, Hans Opitz, Franz Schmid. Pädiatrische Therapie ,Band 2,Teil 2 von Handbuch der Kinderheilkunde, 2013, Springer Verlag.

Asthma

Martini verabreichte Tyloxapol an Asthma-Patienten mit großem Erfolg.

Frank ließ zehn Asthmatiker mit schwerer Dyspnoe im akuten Anfall 2 ml Tyloxapol inhalieren. Er erzielte schon nach 15 Minuten Inhalation bei fünf Patienten eine völlige oder erhebliche, mehrere Tage anhaltende Besserung des Krankheitsbildes. 14 Patienten mit chronischem Asthma erhielten Tyloxapol ein- bis dreimal wöchentlich. Bei neun dieser Patienten trat eine 80- prozentige Symptomfreiheit ein, bei weiteren vier Patienten betrug die Besserung 50 Prozent. Neue Anfälle stellten sich jedoch ein bis zwei Monate später wieder ein. Frank weist daher darauf hin, dass die Behandlung mit Tyloxapol bei Asthmatikern in Abständen zu wiederholen ist.

Scherrer et al. ließen in einer kontrollierten Studie zehn Asthmatiker 15 Minuten lang 1,25 mg Salbutamol zusammen mit 3 ml tacholiquin® inhalieren. Die Patienten der Vergleichsgruppe erhielten 10 mg Orciprenalin in 3 ml tacholiquin®. Die 30 Minuten nach der Gabe von Salbutamol mit tacholiquin® erzielte Bronchodilatation war stärker als diejenige nach Orciprenalin mit tacholiquin®. Salbutamol wies auch folgende Orciprenalin-Nebenwirkungen in signifikant geringem Ausmaß auf: Tachykardie, Blutdruckanstieg, arterielle Hypoxämie, O2-Verbrauch und alveoläre Hyperventilation. Aufgrund dieses Ergebnisses empfehlen die Untersucher zur Dauerbehandlung chronischer Intervallbronchospasmen die Inhalation von 1, 25 mg Salbutamol in 3 ml Tacholiquin® über einen Zeitraum von 15 Minuten zwei- bis dreimal pro Tag.

In einer weiteren Studie untersuchten Scherrer et al. die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer 4½-minütigen Inhalation von je 5 mg Salbutamol und Trimetoquinol (jeweils als 1 ml Inhalationslösung) an zehn Asthmatikern. Sie verglichen das erzielte Ergebnis mit den früheren Ergebnissen an zehn Patienten mit gleicher Erkrankung, die innerhalb von zehn bis 15 Minuten 3 ml einer 2- prozentigen Orciprenalin-tacholiquin®-Lösung inhaliert hatten. Nach Salbutamol und Trimetoquinol kam es zu einer starken Bronchodilatation (Zunahme des Erst-Sekunden-Volumens um 38 bzw. 23 Prozent). Gleichzeitig wurde jedoch auch eine erhebliche Tachykardie beobachtet, die besonders ausgeprägt nach der Gabe von Trimetoquinol war (20 Pulsschläge pro Minute mehr als vor der Inhalation). Im Gegensatz zu Trimetoquinol führte Salbutamol zu einer starken arteriellen Hypoxämie. Beide Substanzen steigerten die Ventilation, senkten den CO2-Druck (um 2 bis 3 mm Hg) und erhöhten den Ruhe- und O2-Verbrauch um 20 ml/min. Zwar lag die Bronchodilatation durch das Orciprenalin-Tacholiquin-Gemisch unter der nach den beiden Betastimulatoren, aber es wies auch weniger Nebenwirkungen auf, so dass kein Vorteil von Salbutamol und Trimetoquinol (beide in hoher Dosierung) im Vergleich zu der Gabe von Orciprenalin und tacholiquin® bestand.

Martini: Mukolytische Aerosole, Vortr. auf dem 2. Aerosol-Kongress, Münster 1955

Martini: Mukolytische Aerosole, Zschr. Aerosol-Forsch. 5, 166, 1956

Frank: WR 1339 inhalations in the treatment of asthmatic attacks and chronic asthma – a pilot study, Ann. Allergy, 13:313, 1955

Scherrer, Bachofen: Vorteile der Salbutamol-Tacholiquin- gegenüber der Orciprenalin-Tacholiquin-Inhalation bei Bronchialasthma, Schweiz. Med. Wschr. 102, Nr. 52:1911–1914, 1972

Scherrer, Bachofen: Vergleich der Wirkung einer 4½ Minuten dauernden Aerosolinhalation von Salbutamol und von Trimetoquinol mit derjenigen einer 10-15 Minuten dauernden Tacholiquin-Orciprenalin-Inhalation bei Bronchialasthma, Schweiz. Med. Wschr. 102, 909–914, 1972

Eitrige Kieferhöhlenentzündungen

Bachmann verglich die Wirksamkeit einer Kombinationstherapie aus lokal angewandtem tacholiquin® und systemisch verabreichten Antibiotika bei Kieferhöhlenentzündung mit der Therapie von lokal angewandten Antibiotika bei Patienten mit eitrigen Kieferhöhlenentzündungen. Während bei der lokalen Antibiotikagabe in 52 von 617 Fällen aufgrund des unveränderten Befundes eine Kieferhöhlenoperation an die Behandlung angeschlossen werden musste, war dies bei der Kombinationstherapie (tacholiquin® + systemisch verabreichten Antibiotika) nur bei neun von 465 Patienten der Fall. Der Untersucher zog aus diesen Ergebnissen den Schluss, dass Antibiotika bei eitrigen Kieferhöhlenentzündungen nur systemisch angewandt werden sollten und dass bei jeder Spülung zur Unterstützung der Schleimhautreinigung die Kieferhöhle mit tacholiquin® gefüllt werden sollte.

Bei dem Einsatz von tacholiquin® hat sich besonders das neuartige Inhalationssystem PARI Sinus bewährt. Durch die erzeugte Tröpfchenamplitude gelangen wesentlich mehr Tröpfchen in die schwer zugänglichen Nebenhöhlen.

Bachmann: Über die optimale Behandlung eitriger Kieferhöhlenentzündungen, Monatsschr. Für Ohrenheilk. u. Laryngo-Rhinologie, 94. Jg, Heft 3, 155–160, 1960

Rhinitis sicca

Roland et al. verabreichten an 50 Patienten mit Rhinitis sicca Tyloxapol als Nasentropfen. Es kam bei über 75 Prozent der Patienten zu einer beachtlichen Besserung des Krankheitsbildes nach Gabe von Tyloxapol. Wurde hingegen reines Lösungsmittel verabreicht, kam es nur zu einer Besserung von 50 Prozent.

Roland, Wright: Clinical experience with detergent nose drops and an experimental investigation of their effect on ciliated mucous epithelium, Laryngol. a. Otol. 72:658, 1958

Erkrankungen der Atemwege bei Kindern

Drube verabreichte an 13 Säuglinge mit mittelschwerer bis schwerster interstitieller plasmazellulärer Pneumonie ein Aerosolgemisch aus tacholiquin® (1 Prozent) und dem Antimykotikum Moronal. Im Gegensatz zu anderen Behandlungsarten war unter dieser Therapie kein letaler Ausgang zu beklagen. Der anfänglich schwerste Grad der Dyspnoe und Cyanose wurde schon nach wenigen Tagen überwunden. Auch eine zeitweilige Steigerung der Atemfrequenz unter der Behandlung ging nicht mit einer Verschlechterung, sondern mit einer Verbesserung der Atembeschwerden einher. Der anfangs trockene, kraftlose, frustrane Husten wurde merklich lockerer, und es fand sich im Rachen reichlich weißer schaumiger Schleim. Nach diesem Stadium war bald die endgültige Heilung erreicht. Friederiszick berichtet über seine klinischen Erfahrungen mit der Dauerinhalationsbehandlung bei Kindern mit einer 0,125- prozentigen tacholiquin®-Lösung. Die behandelten Kinder litten an Pseudo-Krupp, Atelektasen und anderen Erkrankungen der Atemwege.

tacholiquin® führte meist in kürzester Zeit zu Verflüssigung und Abhusten des Schleims und damit zur Verminderung der Dyspnoe. Die günstigsten Behandlungsergebnisse fanden sich bei Pseudo-Krupp, Broncholytis, asthmatoider Bronchitist, chronischer Pneumonie, Sinubronchitis, Bronchiektasien, Pertussis und Atelektasen. Bei den pulmonal ausgelösten Dyspnoezuständen von Frühgeburten erschien den Untersuchern die Dauerinhalation von tacholiquin® als lebensrettende Maßnahme.

Wurnig et al. empfehlen ebenfalls zur konservativen Therapie bei chronisch deformierender Bronchitis und Bronchiektasen im Kindesalter viermal täglich tacholiquin® in Kombination mit Tyrosolvin über einen Zeitraum von sechs Monaten zu inhalieren. Neben dieser Therapie soll selbstverständlich auch eine antibiotische Therapie, eine atemphysiologische Behandlung und eine gezielte Substitution bei Antikörpermangelsyndrom durchgeführt werden. Aufgrund dieser konservativen Therapie konnten von Wurnig et al. 76 Prozent der Patienten geheilt werden. Bei den röntgenologisch nachkontrollierten Fällen betrug die Heilungsrate 71 Prozent, bei den klinisch untersuchten 82 Prozent. Unter den 76 Prozent mit dieser Therapie geheilten Patienten befanden sich 35 Patienten (46 Prozent), bei denen der Ausgangspunkt der Behandlung im Stadium III lag.

 

Drube: Die Behandlung der frühkindlichen interstitiellen plasmazellulären Pneumonie mit Moronal-Tacholiquin-Aerosolen, Münch. Med. Wochenschr., 101. Jg., Nr. 34:1414–1417, 1959

Friederiszick: Benetzungsmittel in der Behandlung von Erkrankungen der Atemwege bei Kindern, Med. Klinik, 52. Jg., Nr. 3, 96–99, 1957

Wurnig, Hopfgartner: Konservative Therapie bei chronisch deformierender Bronchitis und Bronchiektasien im Kindesalter, Medizin Bd. 1 H.1, (1978)

 

Bronchitiden und Bronchiektasen

Wilde konnte in einer klinischen Prüfung an Bronchitispatienten zeigen, dass es bei täglicher Inhalation von tacholiquin® spätestens innerhalb von vier Wochen zu einer Normalisierung der sogenannten VK-Zeit (= Quotient aus Vitalkapazität und maximaler Expirationsstromstärke) kam. Die VK-Zeit wurde im Durchschnitt von 850 msec auf etwa 350 bis 500 msec gesenkt. Insgesamt wurden 1 500 Patienten in diese Untersuchung aufgenommen. Bei Viskosimetrie des abgehusteten Sputums dieser Patienten während der Behandlungsperiode ergab sich eine Abnahme der Viskosität um 2/3 ihres Ausgangswertes. Nach etwa sechs tacholiquin®-Inhalationen kam es zur massiven Ausschwemmung von Bakterien, ohne dass kulturell ein stärkeres Bakterienwachstum zu verzeichnen war. Diese Ausschwemmung von Mikroorganismen führte zu einer rasch einsetzenden Besserung.

Miller et al. berichten über 17 Patienten mit Bronchitiden und Bronchiektasen, die mit Tyloxapol behandelt wurden. Die Inhalationen erfolgten bei den schwersten Fällen in den ersten Tagen kontinuierlich über mehrere Stunden. Anschließend wurde die Behandlungsdauer auf 30 Minuten pro Tag verkürzt. Das vorher zähe und meist eitrige Sekret nahm schon nach ein bis zwei Tagen eine klare und dünnflüssige Konsistenz an, die Expektoration erfolgte leichter. Außerdem ließen die dyspnoischen Beschwerden nach. Im Allgemeinen waren die Atemwege innerhalb von ein bis zwei Wochen saniert.

Martini ließ Patienten mit chronischen Bronchitiden zwei bis viermal täglich 2 ml Tyloxapol inhalieren. Er stellte in dieser Untersuchung fest, dass die mukolytische Wirkung von Tyloxapol so gut ist, dass Tyloxapol bei chronischen Bronchitiden das Mittel der Wahl ist.

Wilde: Bronchitisbehandlung durch Netzmittel-Aerosol, Med. Monatsschr., Jg. 16, Heft 2, 102–104, 1962

Miller, Brown, Goldfarb, Leigh, McVay, Phillips, Sellers, Zieman: Alevaire inhalation for eliminating secretions in asthma, sinusitis, bronchitis and bronchiectasis of adults, Ann. Of Allergy, 12:611, 1954

Martini: Mukolytische Aerosole, Vortr. auf dem 2. Aerosol-Kongress, Münster 1955

Tracheitis

Conley stellte nach Gabe von Tyloxapol eine raschere Lösung der mukoviskösen Sekrete bei Tracheitis fest.

Conley: Diagnosis and treatment of encrustations in the trachea, J. A. M. A., Vol. 154, No. 10, 829, 1954

Tracheostoma-Patienten

Bryant et al. verabreichten an Patienten mit Tracheostoma zur Verhinderung von Obstruktionen eine tacholiquin®-Lösung, die aus einem Teil tacholiquin® und zwei Teilen physiologischer Kochsalzlösung bestand. Die Lösung wurde in die Tracheostomie-Kanüle hineingetropft in einer Dosierung von 30 ml pro Stunde. Diese Technik wurde an 25 Patienten über einen Zeitraum von 14 Tagen geprüft. Keiner der Patienten aspirierte unter dieser Behandlung Sekret und keiner der Patienten hatte Atemwegsbeschwerden aufgrund von Obstruktionen. Bei einigen Patienten wurde zusätzlich eine Bronchoskopie durchgeführt. Die Bronchialmukosa der Patienten war völlig normal.

Bryant, Lexington: A technique for adequate humidification with mechanical respirators, J. Thoracic and Cadiovas. Surg., Vol 46, No. 3, 404, 1963